Vom Gruben- und Polizeipferd: Welche Berufe Pferde früher hatten und heute noch haben
In der Vergangenheit hatten Pferde vielfältige Tätigkeiten auszuführen, denn bevor Maschinen unsere Welt bewegten, taten dies die Pferde.
Das ist bei Hunden auch heute noch sehr bekannt. Sie sind als Blindenhunde, Spürhunde, Assistenzhunde und Ähnliches im Einsatz.
Aber auch Pferde haben heute noch einige Berufe im Alltag, die wir im Folgenden etwas genauer unter die Lupe nehmen wollen.
Pferde im öffentlichen Dienst
Sowohl früher als auch heute werden Pferde oft im öffentlichen Dienst eingesetzt. Früher wurden sie vor allem militärisch eingesetzt, um schweres Gerät zu ziehen oder Soldaten an die Front zu bringen. Über viele Jahrtausende hinweg waren sie somit der Mittelpunkt des Kriegsgeschehens und aus dem Kampf nicht wegzudenken.
Inzwischen wurden sie jedoch weitgehend durch Motoren ersetzt. In anderen Ländern wie England reiten die Wachen des Königs bei Militärparaden oder Wachdiensten jedoch noch immer auf Militärpferden.
Heute kennen wir das Pferd vor allem von der Polizei. Insbesondere bei Großeinsätzen und Demonstrationen kommen sie zum Einsatz. Das unterstützt die Polizisten dabei, aus einer beweglichen und erhöhten Position einen Überblick über das Gesamtgeschehen zu behalten. Die dafür eingesetzten Pferde müssen sich durch herausragende Nervenstärke und Gelassenheit auszeichnen.
Landwirtschaftliche Pferde und ihre Berufe
Ein historischer Beruf, der bis heute praktiziert wird, ist der des sogenannten Rückepferds. Diese Pferde werden eingesetzt, um gefällte Baumstämme durch den Wald zu ziehen. Das ist praktisch, wenn schwere Geräte den Wald zu stark verwüsten würden oder gar nicht an die entsprechende Stelle herankommen können.
Auch das Pflügen, Eggen und Ernten gehörte lange zu den Aufgaben der Pferde. Diese Aufgaben werden heute zwar ebenfalls weitgehend von Maschinen übernommen, aus historischen Gründen oder aufgrund der Erreichbarkeit werden sie aber teilweise noch heute von Pferden ausgeführt.
Das Grubenpferd: Eine Unterstützung im Pott
Besonders in Nordrhein-Westfalen und dem Ruhrgebiet war das Grubenpferd zu den Hochzeiten des Untertagebaus nicht wegzudenken. Unter Tage waren nicht nur viele Menschen, sondern auch Pferde und Ponys den ganzen Tag beschäftigt. Die Tiere wurden eingesetzt, um die Förderwagen zu ziehen. Aufgrund ihrer geringen Größe kamen Ponys dabei besonders häufig zum Einsatz. Die extremen Arbeitsbedingungen haben sich heute völlig verändert, auch wenn die Umgebung und die Bedingungen noch immer hart sind. Die Pferde wurden dabei vollständig durch Maschinen ersetzt.
Die Autos der Vergangenheit
Nahezu alles, was heute mit Kraftfahrzeugen erledigt wird, war früher Aufgabe der Pferde. Das Ziehen von Kutschen zum Transport von Menschen war nur einer der zahlreichen Berufe, die Pferde ausübten. Dazu zählte auch der Transport von Briefen mit Postkutschen. Aus den Innenstädten der damaligen Zeit waren die Pferde dadurch schlicht nicht wegzudenken.
In der modernen Zeit wird all das natürlich von Kraftfahrzeugen übernommen. Doch an einigen Stellen lässt sich noch ein Blick zurück in diese Zeit werfen: Besonders in historischen Städten wie Wien sind noch immer viele der alten „Fiaker“ zu sehen.
Dabei ist allerdings zu betonen, dass die Tiere früher allein auf der Straße waren. Der heutige Lärm, die blinkenden Lichter und der starke Verkehr sind Faktoren, die die Pferde solcher Touristenkutschen massiv unter Stress setzen können.
Die Sportler unter den Tieren
Der erste Beruf, der einem in diesem Zusammenhang in den Sinn kommt, ist sicherlich das Sportpferd. Als Teil vieler olympischer Sportarten kommt es bis heute zum Einsatz. Ob Springreiten, Dressur, Rennsport oder vieles mehr: Das Pferd ist aus dem Sport kaum wegzudenken. So verhalfen viele Pferde ihren Reitern, neben Größen wie Birgit Fischer oder Michael Groß, zu den bekanntesten Olympioniken zu gehören.
Einige Unterschiede, vor allem in der Behandlung der Tiere, lassen sich aber dennoch feststellen. So wird heute der Beziehung zwischen Mensch und Tier und dem Wohlergehen des Pferdes viel mehr Raum gegeben als früher. Das Pferd wird gemeinsam mit seinem Reiter ausgebildet und nicht einfach „abgerichtet“.
Eine Hilfe in schweren Zeiten: das Therapiepferd
Einer der wichtigsten Einsatzbereiche in der heutigen Zeit ist der des Therapiepferdes. Hier kommen besonders ruhige und verlässliche Pferde zum Einsatz um eine pferdegestützte Therapie durchzuführen. Auch in der Pädagogik und rehablitativen Angeboten kann es unterstützen. Dabei kann es zum Beispiel zur Hippotherapie eingesetzt werden, bei der auf dem Pferd geritten wird und die Bewegungen des Pferdes seinen Reiter in Gleichgewicht, Rumpfstabilität und Koordination unterstützen können. Aber auch allein das Pflegen der Pferde, kann in sozialen Fähigkeiten, Wahrnehmung und Selbstvertrauen therapeutisch herangezogen werden.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Pferd bis heute in einigen Berufen eine Rolle spielt. Auch wenn seine Bedeutung im Alltag im Vergleich zu früher stark abgenommen hat, ist es immer noch an einigen Stellen vertreten und bis heute tatkräftig bei der Arbeit.
Sei es vor dem Buckingham Palace oder bei der Sicherung unserer Straßen: Wir haben dem Pferd bis heute einiges zu verdanken.



